darc night 2016, Inner Iridescence

Inner Iridescence gleicht einem Wechselbad der Gefühle. Die eintönige, modulare Außengestaltung der Installation steht in deutlichem Gegensatz zur imposanten Unregelmäßigkeit in ihrem Inneren: ein radikaler Stimmungswechsel, bei dem mit den Empfindungen des Besuchers gespielt wird – dank dem unerwarteten Einsatz leuchtender Farben, die dem Betrachter ein wohliges Gefühl vermitteln, während er sich vom absichtlich farblos gestalteten Ambiente entfernt, das die Installation umgibt.

Die Essenz des Kunstwerks liegt in der Auswahl der Materialien. Da es sich um eine temporäre Ausstellung handelt, waren wiederverwertbare und recyclbare Werkstoffe unerlässlich. Um dieses Konzept zu verwirklichen, fiel die Wahl letztlich auf Aluminiumfolie, die aufgrund ihrer Reflexionseigenschaften und dem niedrigen Anschaffungspreis bestens geeignet ist. Aus simplen, problemlos erhältlichen Pappkartons wurde eine lineare, schnörkellose Fassade erschaffen.

Spalte in den Außenwänden lassen Licht durchscheinen und geben einen Vorgeschmack auf das Lichterlebnis im Inneren der Installation. Dieser Effekt ist kleinen leistungsstarken Spots (Templa) zu verdanken, die normalerweise in größeren Räumlichkeiten Anwendung finden, zum Beispiel zur Beleuchtung von Kirchengewölben und Kirchenschiffen. Hier hingegen wird der Lichtfluss in einem winzigen Zwischenraum gebündelt, um seine Wirkung dann in den Spalten zu entfalten.

Im Innenbereich wird das Licht auf vielfach reflektierende Wandflächen geworfen und verändert die Raumwahrnehmung des Betrachters, der seine Bezugspunkte verliert und ganz ins Wechselbad der Farben eintaucht. Dieser Effekt wurde durch die Mischung festgelegter Farbtöne und die Kreuzung unterschiedlich breiter Lichtstrahlen erzielt.

RGB-Deckenstrahler und RGB-Wand-Linearprofile (Snack) hüllen den Würfel in ein umfassendes Spektrum aus Farben und Reflexen.

OrtLondon, England
Light planningVeronica Lykou, Javier Marcos Castro, dpa lighting consultants London