Hypogäum Santa Maria in Stelle

Das Hypogäum Santa Maria in Stelle im Herzen des Valpantena-Tals nahe Verona befindet sich unter der Kirche Santa Maria Assunta. Als archäologische Stätte blickt das Ipogeo auf eine einzigartige Geschichte zurück: Die Anlage wurde in der römischen Kaiserzeit erbaut und diente zunächst als Aquädukt, das die Wasserader der dort sprudelnden Quelle fasste. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage immer wieder umgewandelt: im 3. Jhdt. n. Chr. zunächst Nymphäum für den heidnischen Kult, wurde das Hypogäum dann zu einer frühchristlichen Kultstätte und einem mittelalterlichen Pilgerort, bis es schließlich um das 12. Jahrhundert geweiht und von Papst Urban III. als Ort für liturgische Feiern auserkoren wurde.

Im Jahr 2020, nach Abschluss der langjährigen Restaurierungsarbeiten, wagte das Hypogäum mit einer rundum neuen Beleuchtungsanlage den Schritt aus dem Untergrund ins neue Jahrtausend. Mit der Neukonzeption wurden das Studio Lucearchitettura aus Verona, und die beiden Lighting-Designerinnen Cinzia Todeschini und Lorella Marconi betraut. Die Zusammenarbeit der Beleuchtungsplaner mit Ing. Luigi Antolini, seines Zeichens kunsthistorischer Berater der Stätte, ermöglichte eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Ort in der ersten Planungs- und Ausarbeitungsphase des Projekts. Die unterirdischen Räume machen eine konstante Kontrolle des CO2-Pegels erforderlich. Daher dürfen sich aus Sicherheitsgründen maximal vier Personen gleichzeitig auf den Rundgang begeben. Die Beleuchtungsanlage wurde so konzipiert, dass das Licht die Besucher auf ihrer Erlebnisreise begleitet. Über eine App kann der Tourguide während seiner Führung das Licht flexibel an- und ausschalten. Er bringt wie durch Zauberhand ein Szenarium nach dem anderen zum Leuchten und schenkt den Besuchern so überraschende Einblicke in die jahrtausendealte Geschichte.

Eine kurze Treppe führt vom Eingang hinab in die Unterwelt: Am Ende der Treppe werden die Besucher von einer Statue von Publius Pomponius Cornelianus, der diesen atemberaubenden Ort in Auftrag gab. Der Strahler Ginko 2.0 mit seiner elliptischen 13°x52°-Optik setzt das Standbild von Kopf bis Fuß ins passende Licht. Das Licht in diesem Durchgang ist zu 30% diffus und indirekt nach unten gerichtet, um eine intime Atmosphäre zu schaffen, welche die Besucher auf die szenischen Freskendarstellungen in den Zellen hinter dem Korridor vorbereitet. Allein der Strahler Ginko 1.0 (3,5W, 36°) erhellt mit seinem Streiflicht eine präzise Stelle der Wand auf halber Strecke des Rundgangs und lenkt den Blick auf das erste bedeutende Zeugnis, das einen Wandel des Hypogäums von heidnischer zu religiöser Kultstätte belegt: eine von Bischof Zeno angeordnete Felsritzung, die das Chi-Rho zeigt, das frühchristliche Christusmonogramm. Gewollte Dunkelheit empfängt den Besucher am Ende des Gangs in Richtung Atrium, um visuell den Verlauf des Tunnels zu betonen, der als blau erleuchtete Röhre dem gut zu vernehmenden Rauschen des Wassers sichtbaren Ausdruck verleiht. Dann ein Szenenwechsel: Im Atrium erreicht der Rundgang einen seiner Höhepunkte. Hier gibt das Licht den Blick auf ein Gewölbe mit prachtvollen Fresken frei.

Die Designer von Lucearchitettura haben hier beim Entwurf der Standleuchten ihr ganzes Können unter Beweis gestellt und die zahlreichen Beschränkungen und Auflagen, die solche eine archäologische Stätte mit sich bringt, mit Bravur gemeistert. Das Atrium ist der erste Raum, in dem Szenen der Katechese zu sehen sind, sowie eine dekorative Deckenmalerei. Mehrere Leuchten des Modells Ginko 2.0 (7W CRI >90 3000K, 34° und 45°), auf 900 mm hohen Edelstahl-Pollern mit Cor-ten-Lackierung, wurden in allen vier Ecken des Raums platziert und beleuchten das Gewölbe und die Fresken dank eines Blendrings so, dass die Besucher beim Betrachten nicht geblendet werden.

Die Zelle Süd kann gleich zweifach als Herzstück des Hypogäums betrachtet werden. Zum einen ist dort ein römischer Altar zu sehen, der eine doppelte Inschrift trägt: heidnisch auf der zum Eingang gewandten Vorderseite und christlich auf der Hinterseite. Die beidseitige Beleuchtung durch zwei engstrahlende Spots (11°) akzentuiert die Inschriften und schafft eine nahezu dramatische Stimmung. Der am besten erhaltene Teil der Anlage ist die Zelle Nord, deren Gewölbe mit einer einzigartigen Malerei aufwartet: ein kunstvoll gemaltes Tonröhrengewölbe. Zur Beleuchtung der Kunstwerke in der Zelle Nord wurden zwei Standleuchten eingesetzt, die aus einem Leuchtengestell mit neun Strahlern bestehen und so vielseitige Abstrahlungsoptionen und Farbtemperaturen bieten.

Die Installationsumgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit verlangt nach zuverlässigem und widerstandsfähigem Material, das hohe Oxidationsbeständigkeit und Korrosionsschutz bietet. Daher fiel die Wahl auf die Strahler des Modells Ginko aus dem Hause L&L, die all diese Anforderungen erfüllen.

OrtVerona, Italien
AnwendungMuseen und Ausstellungen
Light planningLorella Marconi e Cinzia Todeschini
DesignLucearchitettura
Kunsthistorische Beratunging. Luigi Antolini
FotoDaniele Cortese