20/12/2018

Strategy Innovation Forum 2018

Studie zu strategischer sozialer Innovation von L&L und anderen venezianischen Firmen. In Venedig wurde das Ergebnis einer Forschungsarbeit über die Corporate Social Responsibility präsentiert, die 500 kleine und mittlere Betriebe der Region Venetien analysierte

Die Corporate Social Responsibility (CSR) gehört inzwischen zu den strategischen Faktoren, die ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs sind. Sie ist die Grundlage für ethisch korrektes, verantwortliches und sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiges Handeln der Unternehmen.

Mit der Ausschreibung „Verantwortung übernehmen – Soziale Innovation fördern und ethische Werte vermitteln” unterstützt die Region Venetien verschiedene Projekte zur Förderung der Unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung seitens der venezianischen Unternehmen.

Im Rahmen dieser Initiative haben die Universitäten Venedig, Padua und Verona ein Forschungsprojekt mit folgendem Titel gestartet: «Die Auswirkungen der strategischen sozialen Innovation auf Geschäftsmodelle». Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden anlässlich des „Strategy Innovation Forumvom 25. bis zum 27. Oktober auf dem Campus der Wirtschaftswissenschaften der Universität Ca’ Foscari von Venedig vorgestellt.

Die Studie untersucht die CRS-Praktiken von kleinen und mittleren Betrieben der Region Venetien. Ziel war es, Indikatoren zu entwickeln, die die Auswirkungen solcher Praktiken auf die Leistung der Unternehmen messen können.

Da L&L bereits an verschiedenen Projekten im Rahmen der Initiative „Verantwortung übernehmen“ der Region Venetien teilgenommen hat, gehört die Firma zu den gut 520 venezianischen Unternehmen, die in der Forschungsarbeit analysiert werden. Zu der empirischen Untersuchung gehörte ein Fragebogen des Ministeriums über das Thema sowie ein Audit, das die Unternehmenspraktiken aus dem Bereich CRS beleuchten soll.

Dazu wurden alle unternehmerischen Entscheidungen analysiert, die eine direkte positive Auswirkung auf den ökologischen (Environmental) Bereich, den Bereich des sozialen Zusammenhalts (Social) und schließlich auf den Bereich der unternehmerischen Organisation (Governance) haben. Die Maßnahmen in diesen Bereichen, die man zusammenfassend als ESG-Maßnahmen bezeichnet (Environmental-Social-Governance), wurden anschließend klassifiziert und analysiert, um herauszufinden, ob und in welchem Grad sie die Geschäftsmodelle und wirtschaftlich-finanziellen Kennzahlen eines Unternehmens beeinflussen.

Die CSR-Initiativen der venezianischen Unternehmen fallen tendenziell in den Bereich Governance (42% aller untersuchten ESG-Maßnahmen). Dabei handelt es sich um Initiativen und Entscheidungen zur Unternehmenskultur, zu den Zertifizierungen und zu den Mitarbeitern. An zweiter Stelle (36%) stehen Entscheidungen aus dem Bereich Social, also Maßnahmen zur  Aufwertung der Region und zur Sensibilisierung über strukturelle Veränderungen durch den Aufbau von regionalen Netzwerken. 22% der Initiativen hingegen betreffen direkt die Umwelt und damit zusammenhängend Investitionen, um die Unternehmensstandorte umweltfreundlicher zu machen.

Durch das Forschungsprojekt konnten verschiedene Best Practices identifiziert werden. In kleinen und mittleren Betrieben – die den Großteil der Unternehmen in der Region Venetien ausmachen – erfolgen diese allerdings oft unbewusst und informell, sind also nicht Teil eines strategischen CRS-Plans. Nichtsdestotrotz zeigen sie positive Auswirkungen auf die Evolution der Organisationsmodelle dieser Unternehmen. Man spricht in diesem Fall von gelebter unternehmerischer Gesellschaftsverantwortung.

Aus den Forschungsergebnissen geht hervor, dass nur 0,8% der befragten Unternehmen zur Finanzierung von CSR-Projekten einen Kredit aufgenommen hat: Der Großteil der Unternehmen implementiert also Maßnahmen zur sozialen Innovation nur, wenn genug Mittel zur Verfügung stehen. Diese Schwierigkeit, CSR als eine echt strategische Investition zu betrachten, hängt sicher mit der Größe der venezianischen Betriebe zusammen. Die Studie zeigte allerdings, dass die Entscheidungen zur sozialen Innovation positive Auswirkungen auf die Wertschöpfung der einzelnen Unternehmen und auf das Personal haben: In wirtschaftlicher Hinsicht lohnen sie sich also.

Auf die Vorstellung der Ergebnisse dieser regionalen Studie folgten im Laufe des Strategy Innovation Forum eine Reihe von parallelen Seminaren über die Best Practices der Unternehmen, die sich in den einzelnen Provinzen besonders hervortun. Ein interessanter Nebeneffekt der Forschung war also die Schaffung eines Benchmark-Modells, mit dessen Hilfe sich die in der Studie analysierten Unternehmen mit den anderen kleinen und mittleren Betrieben der Region Venetien in punkto CSR konfrontieren können.

Die Forschungsarbeit der Universitäten brachte vollkommen neuartige Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und öffentlichen Trägern ans Licht. In diesem Zusammenhang weiteten die Forscher den Begriff der unternehmerischen Gesellschaftverantwortung auf das Konzept von territorialer Gesellschaftverantwortung aus. Dieses Modell soll alle in einer Region tätigen Akteure zusammenbringen, um die Synergien der einzelnen betrieblichen CSR-Maßnahmen und die Investitionen der Unternehmen in soziale Innovation zu bündeln und so mit vereinten Kräften das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung umzusetzen.

Die Mitwirkung von L&L als Partnerunternehmen des regionalen Forschungsprojekts entstand im Zuge eines Workshops mit dem Titel: „Unternehmen und Region: Innovative  Modelle zur lokalen und sozialen Entwicklung”, an dem L&L gemeinsam mit anderen Unternehmen der Region Vicenza teilgenommen hat. Dieser Workshop war Teil der Initiative „Verantwortung übernehmen – Soziale Innovation fördern und ethische Werte vermitteln”, finanziert von der Region Venetien im Rahmen des Europäischen Sozialfonds. > Unternehmen/Corporate Social Responsibility

Alle News